Resilienz – das Immunsystem der Seele

Vor 10 -15 Jahren hĂ€tte ich nie geglaubt, mal einen Blog ĂŒber Resilienz zu verfassen. Warum? Ich war nicht resilient. So was von gar nicht. Vielmehr hab ich mir nichts sehnlicher gewĂŒnscht als ein dickes Fell, die FĂ€higkeit mich abzugrenzen, „Stop“ zu sagen, klar zu bleiben in herausfordernden Situationen und teilweise chaotischen Verstrickungen mit meiner Umwelt.

Schon der ganz normale Alltag war anstrengend, ganz zu schweigen von Phasen, die fĂŒr Körper, Geist und Seele Stresstest bedeuten (z.B. private oder berufliche UmbrĂŒche oder eben eine weltweite Corona-Krise).

Nun schreibe ich darĂŒber und bin froh und glĂŒcklich, in den letzten Jahren eine gigantische Entwicklung in Sachen Resilienz hingelegt zu haben. Wenn ich das kann, kannst du das auch! Ich will dir Mut machen und dich erinnern, welch ein wunderbares Wesen du bist. Voller Möglichkeiten!

Definition

Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurĂŒckspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische WiderstandsfĂ€higkeit ist die FĂ€higkeit, Krisen zu bewĂ€ltigen und sie durch RĂŒckgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass fĂŒr Entwicklungen zu nutzen.

Quelle: Wikipedia

Was entscheidet, ob du auch in Krisen psychisch widerstandsfÀhig = resilient bist oder nicht?

Verhinderer von Resilienz

NatĂŒrlich gibt es neben den Resilienz fördernden Faktoren auch solche, die extrem hinderlich sind. Ich beginne mit diesen, weil ich die „happy happy, always happy“ Brille, die ausschließlich in die Sonne (das Positive) blicken will, als Selbstverarschung betrachte. Sei ehrlich zu dir, welcher der folgenden Resilienz-Verhinderer evtl. etwas mit dir zu tun hat:

  1. Opferbewusstsein / hartnÀckige Schuldzuweisung
  2. Erlernte Hilflosigkeit („ich hab’s einmal nicht geschafft, also schaffe ich es nie“)
  3. Fehlende Eigenverantwortung
  4. VerdrÀngung / Unbewusstheit
  5. Verbitterung
  6. Bequemlichkeit / alles beim Alten lassen wollen

Das Fundament fĂŒr Resilienz

Resilienz_Bindung_Netzwerk

Die erste große Langzeit-Resilienz-Studie der us-amerikanischen Entwicklungspsychologin Emmy Werner in den 1950er Jahren auf der Hawaii-Insel Kauai kam zu einem spannenden Ergebnis. Werner untersuchte alle Kinder eines Geburtsjahrgangs bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Alle Kinder wuchsen unter denselben ungĂŒnstigen Rahmenbedingungen auf der damals ganz und gar nicht paradisischen Insel auf: hohe Arbeitslosigkeit, viel Gewalt und hohe KriminalitĂ€tsrate (schon bei Kindern und Jugendlichen), massiver Dorgenmissbrauch, rauhes soziales Klima, Perspektivlosgkeit.

Wie zu erwarten, rutschten 2/3 der Kinder in dieselben Drogen- und Gewalt-Muster ab, die ihnen vorgelebt wurden. 1/3 der Kinder jedoch nicht! Warum? Den großen Vorsprung, den dieses eine Drittel hatte, war eine echte Bindung zu mindestens einer Person, die Werte vermittelte. Das wichtigste fĂŒr Resilienz ist soziale Bindung!


Die 7 Kernkompetenzen von Resilienz

Die meisten Quellen geben im Ganzen 7 Kernkompetenzen als Bausteine einer starken psychischen Widerstandskraft an. Gerate bitte nicht in Panik, wenn du dich vielleicht nur in drei oder vier der unten aufgelisteten Bausteine wiederfindest. Ein paar zu haben, ist schon wunderbar. An den anderen Kompetenzen kannst du weiterarbeiten, wenn du erstmal um ihre Bedeutsamkeit weißt.

Resilienz_Kompetenzen

Die 7 Kernkompetenzen fĂŒr Resilienz sind:

  1. Akzeptanz – grundsĂ€tzliche Annahme unwillkommener Herausforderungen, in dem Wissen, dass sie Teil eines jeden Lebens sind
  2. Lösungsorientierung – statt des Jammerns ĂŒber das, was alles nicht möglich ist, Fokus auf auf die Möglichkeiten; vorwĂ€rts gerichtetes Denken
  3. Optimismus – grundsĂ€tzliches, Vertrauen darin, dass das Leben es gut mit dir meint (nicht zu verwechseln mit „Ich schwĂ€tz mich froh, damit es nicht weh tut“!)
  4. Selbstwahrnehmung – FĂ€higkeit, sowohl körperlich, als auch mental und emotional wach und ehrlich zu beobachten, wo ich mich selbst sabotiere und sanft, aber konsequent gegenzusteuern (Anmerkung: Yoga ist fantastisch geeignet, eine ganzheitliche Selbstwahrnehmung zu kultivieren)
  5. Selbstwirksamkeit – EntscheidungsfĂ€higkeit „das ist mein nĂ€chster Schritt“ und eigenstĂ€ndiges, optimalerweise eigeninitiatives Handeln in diese Richtung
  6. Bindung – eingebettet Sein in ein soziales Netzwerk, das dir Rat, WertschĂ€tzung und UnterstĂŒtzung gibt
  7. Sinnhaftigkeit – Das Wissen – ohne zumindest eine Ahnung – um dein WARUM? Warum bin ich hier? Welche Werte möchte ich leben? Was ist der Sinn meiner Ziele, meines Lebens?

Das SahnehÀubchen

Wenn oben genannte Faktoren sozusagen der Tortenboden mit Belag sind, möchte ich dem Resilienz-Törtchen noch ein SahnehĂ€ubchen aufsetzen. Denn Fett schmiert ja die Seele und ist GeschmackstrĂ€ger fĂŒr mehr Genuss. Aus meiner Erfahrung spielt Folgendes eine gewichtige Rolle, um deine psychische Widerstandskraft tief und dauerhaft zu ankern:

GlĂŒck_Resilienz
  • Selbstverantwortung – ehrliches Hinterfragen: Wie habe ich zur gegenwĂ€rtigen Situation beigetragen? Verantwortung ĂŒbernehmen ist erst mal unangenehm, gibt dir aber Kraft und Eigenmacht zurĂŒck!
  • Selbstliebe – Abkopplung vom Leistungsdruck unserer Gesellschaft. Sei freundlich mit dir und deinem Scheitern! Das verĂ€ndert alles.
  • Achtsamkeit – mach dir immer wieder klar, dass die FrĂŒchte deiner Anstrengungen, um aus deinem Schlamassel raus zukommen, erst mal reifen mĂŒssen, damit du sie genießen kannst. Am Gras zu ziehen, hilft bekanntlich nicht. Gib den Prozessen die Zeit, die sie brauchen.
  • Humor – wenn du ĂŒber dich selbst lachen kannst, auch wenn du echt gerade Pech hast, bist du bereits auf dem Level der Meisterschaft.

Wie kannst du Resilienz trainieren?

6 Notfall-Helfer, wenn du innerlich abrutschst

Resilienz_Notfall-Übungen
  1. SchĂŒttel dich! – Embodiment – Übung, um eine klebrige, erstarrte Frequenz abzuschĂŒtteln. Am besten auf eine Musik, die dich belebt, schĂŒttel dich mind. 10 Minuten lang durch: locker aus den Knien lass den ganzen Körper wippen und wackeln. Stell dir dabei vor, du schĂŒttelst den alten Mist buchstĂ€blich ab. Bemerke, wie es dir danach geht.
  2. „Stopp! Sei bewusst“ – Mindset-Übung. Ertappe dich dabei, wenn du ins Opfer oder in VerdrĂ€ngung gehst. Sag dir (laut) „Stopp!“ und hol dich in deine PrĂ€senz. Lass den Moment so sein wie er ist. Erlaube dir, ALLES zu fĂŒhlen.
  3. „Kontrolliertes Abkotzen“ – Schrei‘, weine oder renne aufgestaute Emotionen eine gewisse Zeit bewusst raus. Danach wĂ€hle bewusst die Frequenz (z.B. Dankbarkeit, MitgefĂŒhl, 
), nach der du dicht sehnst. Das braucht Disziplin und Übung, ja. Funktioniert aber.
  4. Fokus auf die neu gewÀhlte Frequenz (Brennglas-Effekt)
  5. Sanftes und konsequentes ZurĂŒckkehren in dein Lösungs-Szenario, wenn der Sog alter Muster einsetzt. HartnĂ€ckig bleiben!  (Natur & Meditation sind hier mĂ€chtige Helfer, um dich rĂŒckzuverbinden mit dem, was dir wichtig ist)
  6. Frage: Was kann ich hier und jetzt tun fĂŒr meine gute Zukunft? Dann setze es um!

5 Alltags-Übungen fĂŒr deine innere StĂ€rke

Resilienz_innere StÀrke
  1. Das Optimismus-Tagesbuch / Dankbarkeits-Tagebuch – schreibe tĂ€glich abends mind. 5 Gegebenheiten rein, fĂŒr die du dankbar bist.
  2. TĂ€gliche positive SelbstgesprĂ€che / positiver innerer Dialog – „Ich bin wertvoll“, „Ich bin gut so wie ich bin“,  „Ich bin einzigartig“
  3. Erfolgsglas – wĂŒrdige dich jeden Tag fĂŒr 3 oder mehr Sachen! Schreib sie auf kleine Zettel uns sammle diese in einem besonders großen, schönen Glas oder einer Vase. BegrĂŒnde, warum das Aufgeschriebene ein Erfolg ist, damit du dir den Erfolg auch glaubst.
  4. tĂ€glich 3 Ziele, die du auch umsetzt: HVA = high value activities fĂŒr deine Ziele. Sie sollten realistisch machbar sein und kontinuierlich umgesetzt werden!
  5. Auftanken in Stille / Meditation / Natur

HĂ€kelsprĂŒche

Resilienz_Lernen

„HĂ€kelsprĂŒche“. Keine Ahnung mehr, woher diese Wortkreation stammt. Ich liebe philosophisch wertvolle Zitate, Extrakte von Weisheit und Wahrheit und sammle diese seit meinem 14. Lebensjahr in kleinen BĂŒchlein. Hier ein paar HĂ€kelspruch-Highlights zum Thema Resilienz:

„Man muss das Gute auch am Rande des Abgrunds nicht aufgeben.“ Friedrich Wilhelm Freiherr von Humboldt

„Entschlossenheit im UnglĂŒck ist immer der halbe Weg zur Rettung.“ Johann Heinrich Pestalozzi

„Almost every successful person begins with two beliefs: the future can be better than the present, and I have the power to make it so.“ David Brooks

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von neuem beginnen.“ Buddha

Quelle: Gesellschaft fĂŒr Resilienz

Klicke auf diesen Artikel des jungen berliner Health und Life-Style Unternehmens Primal State und entdecke weitere coole Tipps, wie du deine Resilienz auf ganzheitliche Weise hochfahren kannst.

Wie geht es dir dieser Tage mit deiner inneren StÀrke? Was nÀhrt sie? Was schwÀcht sie? Schreib gern dein Feedback ins Kommentar.

Ich wĂŒnsche dir von Herzen gute Gesundheit, Sonne im Herzen und Bindungen zu Menschen, die das Beste in dir sehen.

Bis bald, deine

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HEIMAT – die Formel und die Ressource des Monats

Heimat
. ein großes Wort.

In Zeiten von Globalisierung, maximaler MobilitĂ€t und gigantischen FlĂŒchtlingsströmen schwierig zu fassen.

Was bedeutet Heimat fĂŒr dich?

Was bedeutet es fĂŒr dein Leben, Heimat zu haben, oder eben nicht?

Wie kannst du dir und deinen Liebsten aktiv ein GefĂŒhl von Heimat geben?

FĂŒr mich geht es bei der Antwort auf diese Fragen mehr um innere QualitĂ€ten als die örtlichen Gegebenheiten. Auf eine ganz kurze Formel reduziert:

Heimat = Werte

Du fĂŒhlst dich angekommen, zu Hause, in Sicherheit, verbunden, geborgen, heimisch, wenn:

  • sich dein innerer Werte-Kanon im Außen widerspiegelt
  • du von Menschen umgeben bist, denen wichtig ist, was dir wichtig ist (Familie, PartnerIn, Freunde)
  • eine große Übereinstimmung herrscht im ungeschriebenen Verhaltenskodex der Menschen an den Orten, an denen du dich bewegst

Eines der GrundbedĂŒrfnisse des Menschen besteht in dem Wunsch, dazu zu gehören. Verbundenheit mit anderen erzeugt das GefĂŒhl: „Ich bin richtig!“, „Ich darf (so) sein!“

Gemeinsame Werte schaffen Verbundenheit. Die (innere) Isolation und Orientierungslosigkeit, die Heimatlosigkeit vieler Menschen ist in meinen Augen ein Symptom eines grassierenden Werte-Verfalls. Die Konsumgesellschaft hat sich verirrt im Verwechseln der inneren Werte mit den Ă€ußeren.

Um IntegritĂ€t auszustrahlen und kraftvoll und zufrieden leben zu können, mĂŒssen wir wissen, was unsere Werte sind. Wenn ich dir heute auf der Straße begegnen und dich fragen wĂŒrde:  Was sind dir die 8 wichtigsten Werte im Zusammenleben oder – arbeiten mit anderen Menschen?“ Könntest du mir antworten und deine Werte klar benennen??!? Nein?

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Dann möchte ich dich auffordern: Setz dich hin mit Papier und Stift und schreibe sie auf, deine 8 wichtigsten Werte! Frage dich, wo du sie selbst einlöst und wo du sie vielleicht zu sehr von anderen als Bringschuld erwartest. Sei ehrlich mit dir und probierÂŽ aus, wie sich dein GefĂŒhl von Heimat am Arbeitsplatz, in der Familie, in deiner Stadt dazu verhĂ€lt.

Seit Jahren ist meine Beobachtung: die Menschen, die ganz klar ihre Werte kennen und diese als zeitlos menschliche Tugenden verkörpern – fĂŒhlen sich ĂŒberall zu Hause! An nahezu jedem Fleckchen Erde. Vor allem aber in sich selbst! Was fĂŒr eine Freiheit. Eine Freiheit, die wiederum wenig mit Ă€ußeren Grenzen, als mit einer inneren, konsequent eingerahmten Haltung zu tun hat.

 

Und hier die Ressource des Monats:

„Freiheit braucht Grenzen“

Intensiv- Wochenend- Workshop fĂŒr Frauen, die ihren Wertekanon klĂ€ren und befreiendes Zu-Hause-sein-in-sich kultivieren wollen:

https://www.yoco-limburg.de/event/vom-alltagsfrust-zur-lebenslust-die-kunst-der-weiblichen-praesenz-25/

+++wenn du dich mit einer Freundin oder Verwandten zusammen anmeldest, spart ihr beide 20 €!+++

 

 

Herzlichst