I. Was ist ein Frauenkreis?

Was ist das Besondere, wenn Frauen im Kreis zusammenkommen? Wo haben diese weiblichen Treffen ihren Ursprung? Welche Intention steckt dahinter? Was geschieht in einem solchen Frauenkreis? Wer geht hin? Warum werden es immer mehr (sowohl live als auch virtuell als Online-Treffen)? Warum sind diese Kreise so begehrt und wichtig? Gerade in der heutigen Zeit? Die Antworten findest du in diesem 2-teiligen Artikel.

Möge der Funke ĂŒberspringen. Mögest du dich nach dem Lesen auf die Suche machen nach deinem Kreis. Mögest du deinen Kreis finden, feiern und nie mehr missen wollen!


Hintergrund und Ursprung

Rituelle ZusammenkĂŒnfte von Frauen spielten in alten, matriarchal organisierten Kulturen eine wichtige Rolle fĂŒr die Gesellschaft. Sie gaben Orientierung und StabilitĂ€t, denn hier lernten MĂ€dchen und junge Frauen alles ĂŒber ihre Rolle innerhalb der Gemeinschaft. U.a. das frĂŒher ĂŒberlebenswichtige Wissen ĂŒber Geburtshilfe und Heilkunde wurde hier von Frau zu Frau weitergegeben.

Die Frauen hatten im regelmĂ€ĂŸigen Kreis einen RĂŒckzugsort, der in modernen Gesellschaften fehlt. Ob wĂ€hrend der Menstruation, nach einer Geburt, wĂ€hrend der Wechseljahre oder nach dem Tod des Mannes: Frauen aller Altersstufen begegneten sich im Austausch ĂŒber Themen, die ihnen wichtig waren.

Dazu zĂ€hlten auch magische Zeremonien rund um die Muttergottheiten (z.B. in der römischen, germanischen und keltischen Religion). Die Muttergöttin, die mit der Erde assoziiert wurde, stand immer fĂŒr die Verbundenheit aller Dinge. So konnten sich in dieser Kultur Jung und Alt, mĂ€nnlich und weiblich auf Augenhöhe begegnen. Die PolaritĂ€t zwischen Mann und Frau, Gott und Göttin war heilig und wurde zelebriert. So diente jedes Zusammentreffen der Frauen nicht bloß ihrer eigenen StĂ€rkung, sondern immer auch dem großen Ganzen, der Stabilisierung und Harmonisierung der Gemeinschaft.

Heute gibt es nur noch weinige solcher historisch gewachsenen matriarchalen Kulturen. Sie werden, wenn ĂŒberhaupt, weniger aus dem Blickwinkel ihrer psycho-spirituellen Bedeutung fĂŒr die Gemeinschaft beleuchtet, sondern eher als exotisches Beispiel dafĂŒr, dass hier der komplette Besitz und viel Verantwortung matrilinear, das bedeutet von der Mutter auf die Tochter ĂŒbergeht. Durch die vielen Jahrhunderte Patriarchat ist es fĂŒr uns heute normal, dass Frauen wirtschaftlich und gesellschaftlich von den MĂ€nnern abhĂ€ngig sind. Diese AbhĂ€ngigkeitsstruktuten wirken trotz aller Erfolge der Frauenbewegung in Sachen Gleichberechtigung noch immer stark.


Frauenkreise heute

Wenn du dich als moderne Frau regelmĂ€ĂŸig mit anderen Frauen in einem rituellen Kreis versammelst, tust du es vielleicht in erster Linie fĂŒr dich selbst. Allerdings bemerken nach einer Weile vielleicht dein Partner, deine Kinder, Kollegen oder Freunde, dass du dich verĂ€nderst. Du wirkst ausgeglichener, fröhlicher, sexier, bestimmter, klarer und kraftvoller. Du ermĂ€chtigst dich selbst. Das Umfeld kommentiert diese positive Entwicklung hĂ€ufig und profitiert selbst davon. Denn Verstrickungen klĂ€ren sich, Werte ordnen sich und Beziehungen werden belastbarer.

Ein Frauenkreis ist also RĂŒckzugs-Oase und Kraftort zugleich. Er dient dir, deinen Lieben, deiner Gemeinschaft und letztlich dem Planeten. Wenn das kein lohnendes Motiv ist! Manchmal passiert es aber auch, dass Neider*innen dich in deinem Wachstum hinein in eine neue Freiheit anfeinden. Dann trennen sich auch Wege.


Die Intention des Frauenkreises

Nicht jede weibliche Zusammenkunft ist ein Frauenkreis im hier gemeinten Sinne. Um die besondere, heilsame QualitĂ€t zu entfalten, braucht es eine klare Ausrichtung, eine offen kommunizierte Absicht. Der ĂŒbergeordnete Arbeitstitel lautet sinngemĂ€ĂŸ: Weiblichkeit stĂ€rken. Jeder Abend nimmt sich eines definierten Themas an. Das ist wichtig, denn ansonsten wĂŒrde sich die Energie in zu viele verschiedene Richtungen verflĂŒchtigen. Frauenkreis-Themen können sein: wahre Schönheit, Nein sagen – Abgrenzung, meine Brust und ich, Wut, Macht etc. Es ist ungeheuer berĂŒhrend zu erleben, wie augenscheinlich sehr verschiedene Frauen, doch die gleichen Fragen, Sorgen, Ängste und SehnsĂŒchte haben. Tiefes Durchatmen und freudige Erleichterung sind spĂŒrbar, wenn all die Themen endlich ohne Scham angesprochen werden, fĂŒr die in den Beziehungen und in der Gesellschaft kein Raum ist.

Weiblichkeit

Das Besondere an Frauenkreisen

Es gibt inzwischen eine Vielzahl verschiedener Frauenkreis-Formate. Die einen sind eher schamanisch angehaucht, die anderen esoterisch, wieder andere tantrisch. Es gibt geschlossene Gruppen oder offene Abende, drinnen oder draußen und immer mehr auch Online-Treffen.

Einiges haben alle diese Formate gemeinsam:

  • Sie haben einen Kodex fĂŒr den Umgang und die Kommunikation miteinander.
  • Die Treffen folgen immer einem bestimmten Ablauf, haben also Ritual-Charakter. Das gibt allen Anwesenden die nötige Sicherheit und Ruhe, sich auf die oftmals tiefen Prozesse einzulassen, die in so einer Runde geballter Weiblichkeit in Gang kommen können.
  • Damit fĂŒr jede Teilnehmerin die Möglichkeit da ist, sich zu zeigen, sollte die Gruppe max. 8 – 10 Frauen groß sein.
  • Die Teilnehmerinnen sitzen im Kreis um eine Mitte, ein mit TĂŒchern, Kerzen, Blumen, Steinen oder FrĂŒchten dekorierter Kreismittelpunkt (dies ist bei Online-Treffen leider nicht möglich)
  • meist gibt es einen Redegegenstand: diejenige, die den Redegegenstand in den HĂ€nden hĂ€lt, hat die volle Aufmerksamkeit der Gruppe. Egal ob sie ausfĂŒhrlich oder knapp erzĂ€hlt, was in ihr vorgeht oder ob sie schweigt: die Gruppe hört geduldig zu, kommentiert nicht, gibt keine RatschlĂ€ge, sondern hĂ€lt einfach den Raum. Auf diese Weise lernen wir im Kreis immer mehr, aus dem Herzen zu reden. Wir wissen: alles darf ausgedrĂŒckt werden. Ich werde nicht unterbrochen. Mein Gesagtes wird nicht abgetan als unwichtig, fragwĂŒrdig oder albern. Das gibt Sicherheit und Vertrauen zurĂŒck!
Mitte

Was geschieht im Frauenkreis?

Ein Frauenkreis ist also alles andere als ein Haufen „wilder HĂŒhner“, die sich zum KaffeekrĂ€nzchen treffen. Ganz im Gegenteil: es gibt eine klare Struktur und einige Regeln. Diese engen allerdings nicht ein, sondern ermöglichen dir, dich völlig unbefangen und frei zeigen zu können. Es gibt eine Frau, die 1,5 – 3,0 Stunden (je nach Ausschreibung) den Kreis moderiert und Alle durch die einzelnen Stationen des Kreises fĂŒhrt.

  1. Reinigung des Raumes und des Feldes der Anwesenden (RÀuchern mit Salbei, RÀucherstÀbchen, Raumspray) und Ankommen (kurze meditative Einstimmung)
  2. Einladung hilfreicher, schĂŒtzender KrĂ€fte wie Ahnen, Krafttiere, Geistwesen, Elemente (findet nicht in jedem Format statt)
  3. VerkĂŒnden der Absicht, Widmung des Kreises an ein bestimmtes Thema
  4. Verbindung in der Gruppe. Jede Anwesende teilt ehrlich und ungehemmt mit wie es ihr geht und was das Thema in ihr auslöst. In manchen Formaten, v.a. Online, liegt hierauf der Schwerpunkt. Der Kern des Kreises ist dann der Austausch mithilfe des Redegegenstands.
  5. Verwandlung: eine SchlĂŒssel-Übung zum Thema (KörperĂŒbung, SchreibĂŒbung, Tanz, Naturerfahrung, etc.)
  6. Integration des Erfahrenen (durch eine Meditation, einen weiteren Redekreis, Aufschreiben, etc.)
  7. WertschÀtzung und Dank an die Heilkraft des Kreises und alle Anwesenden (dieser Punkt ist in meinen Frauenkreisen von zentraler Bedeutung. Warum, kannst du im 2. Teil des Artikels lesen)

Warum gibt es immer mehr Frauenkreise?

Frauenkreise werden in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit um Einiges sichtbarer. Durch wachsendes Angebot, regelmĂ€ĂŸige Artikel in Print- und Online-Magazinen, weltweite Vernetzung der Frauen ĂŒber Social-Media, Filme. Sie sind kein Exklusivangebot fĂŒr Hippies oder Feministinnen, sondern ein begehrter Ort fĂŒr ganz normale Frauen. Diese kommen aus den verschiedensten beruflichen und sozialen HintergrĂŒnden und haben doch eines gemeinsam: sie suchen ein Platz, an dem sie alle Rollen abstreifen und sich selbst wieder entdecken und zurĂŒckerobern können. Es verwundert daher nicht, dass Frauenkreise Schmelztiegel fĂŒr Lebenslust sind.

Frauenkreise sind heilsam, fĂŒr Körper, Geist und Seele einer Frau!

Sie entspannen den Körper und lassen ihn weich werden, so wie es der weiblichen Natur entspricht. Denn, wir mĂŒssen hier den Bauch nicht einziehen, um einem lebensfeindlichen, verzerrten Schönheitsideal zu entsprechen. Wir mĂŒssen keine Fassade wahren, um uns vor möglicher Ablehnung zu schĂŒtzen. Wir mĂŒssen keine Anstrengung in das Spielen einer Rolle stecken.

Unser Kopf wird frei, der Geist klar, weil wir ankommen im Hier und Jetzt, mit allem was gerade lebendig in uns ist – egal ob das angenehm oder unangenehm ist. Im Kreis darf alles sein, alles gefĂŒhlt, alles gesagt werden. In respektvoller, eigenverantwortlicher Weise. Wir machen die Erfahrung, nicht allein zu sein mit dem, was wir im Alltag verstecken und zurĂŒckhalten (z.B. Wut, Trauer, Abenteuerlust, Lust auf Erotik etc.). Dieses ZurĂŒckhalten geschieht oft aus Angst vor Kritik und ZurĂŒckweisung, welche im geschĂŒtzten Raum des Kreises einfach nicht drohen. Wir können uns fallen lassen und werden getragen.

Unsere Seele wird balsamiert, weil wir gesehen und gehört werden so wie wir sind. Weil wir das GefĂŒhl haben: „Ich bin wichtig, ich bin wertvoll.“ Alte Wunden werden versorgt, das innere Kind erfĂ€hrt liebevolle Zuwendung. Das ist fĂŒr viele Frauen eine Erfahrung, nach der sie sich seit Jahrzehnten sehnen und die sie im Kreis völlig ohne Kampf und Feilschen MĂŒssen geschenkt bekommen.

Heilsame Kommunikation im Frauenkreis

Die Sprache im Kreis ist immer eine Sprache der WertschĂ€tzung. Der Fokus liegt auf Werten wie Dankbarkeit, Schönheit, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, MitgefĂŒhl, Liebe und Humor. In einer Zeit gesellschaftlicher Verrohung ist es eine wahre Wohltat, so zu kommunizieren. Und es ist ein politischer Akt, wertschĂ€tzende Kommunikation zu kultivieren und aus dem Kreis in die Partnerschaften, Familien und ins Berufsleben zu tragen.

Schwesternschaft im Frauenkreis

Bereits nach kurzer Zeit entsteht zu den anderen Frauen im Kreis ein GefĂŒhl von Schwesternschaft. So unterschiedlich die Einzelnen auch sein mögen, das Klima von willkommen und angenommen sein verbindet tief. Konkurrenz-Denken und sich Vergleichen mit Anderen hören auf. Dies beschreiben viele Teilnehmerinnen als einen enormen Gewinn an LebensqualitĂ€t.

Schwesternschaft

SelbstermÀchtigung im Frauenkreis

Den RĂŒckhalt im Kreis von Frauen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum zu erfahren, stĂ€rkt die weibliche Kraft gewaltig. Wir werden selbstbewusster, denn wir haben die RĂŒckendeckung unseres „Stammes“ und können jetzt so mancher Abfuhr und Abwertung im Alltag etwas entgegensetzen. Und wir sind nicht davon abhĂ€ngig, dass unser Partner zuhört und uns versteht (du weißt ja: MĂ€nner sind vom Mars und Frauen von der Venus ;o)). Dadurch spĂŒrst du deine WĂŒrde und deinen Selbstwert wieder und triffst mutig und selbst-wirksam eigene Entscheidungen.

Du lebst deine Power.

Du lebst deine Weiblichkeit.

Du lebst selbstbestimmt.

Du bist du selbst!

Ich wĂŒnsche dir von Herzen viele Gelegenheiten, dich im Kreis anderer Frauen mit deiner weiblichen Kraft zu verbinden.

AHO,

PS: Hier geht’s zum 2. Teil des Artikels, in dem ich dich mitnehme auf eine Entdeckungsreise der YoCo-Frauen-Oasen

Resilienz – das Immunsystem der Seele

Vor 10 -15 Jahren hĂ€tte ich nie geglaubt, mal einen Blog ĂŒber Resilienz zu verfassen. Warum? Ich war nicht resilient. So was von gar nicht. Vielmehr hab ich mir nichts sehnlicher gewĂŒnscht als ein dickes Fell, die FĂ€higkeit mich abzugrenzen, „Stop“ zu sagen, klar zu bleiben in herausfordernden Situationen und teilweise chaotischen Verstrickungen mit meiner Umwelt.

Schon der ganz normale Alltag war anstrengend, ganz zu schweigen von Phasen, die fĂŒr Körper, Geist und Seele Stresstest bedeuten (z.B. private oder berufliche UmbrĂŒche oder eben eine weltweite Corona-Krise).

Nun schreibe ich darĂŒber und bin froh und glĂŒcklich, in den letzten Jahren eine gigantische Entwicklung in Sachen Resilienz hingelegt zu haben. Wenn ich das kann, kannst du das auch! Ich will dir Mut machen und dich erinnern, welch ein wunderbares Wesen du bist. Voller Möglichkeiten!

Definition

Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurĂŒckspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische WiderstandsfĂ€higkeit ist die FĂ€higkeit, Krisen zu bewĂ€ltigen und sie durch RĂŒckgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass fĂŒr Entwicklungen zu nutzen.

Quelle: Wikipedia

Was entscheidet, ob du auch in Krisen psychisch widerstandsfÀhig = resilient bist oder nicht?

Verhinderer von Resilienz

NatĂŒrlich gibt es neben den Resilienz fördernden Faktoren auch solche, die extrem hinderlich sind. Ich beginne mit diesen, weil ich die „happy happy, always happy“ Brille, die ausschließlich in die Sonne (das Positive) blicken will, als Selbstverarschung betrachte. Sei ehrlich zu dir, welcher der folgenden Resilienz-Verhinderer evtl. etwas mit dir zu tun hat:

  1. Opferbewusstsein / hartnÀckige Schuldzuweisung
  2. Erlernte Hilflosigkeit („ich hab’s einmal nicht geschafft, also schaffe ich es nie“)
  3. Fehlende Eigenverantwortung
  4. VerdrÀngung / Unbewusstheit
  5. Verbitterung
  6. Bequemlichkeit / alles beim Alten lassen wollen

Das Fundament fĂŒr Resilienz

Resilienz_Bindung_Netzwerk

Die erste große Langzeit-Resilienz-Studie der us-amerikanischen Entwicklungspsychologin Emmy Werner in den 1950er Jahren auf der Hawaii-Insel Kauai kam zu einem spannenden Ergebnis. Werner untersuchte alle Kinder eines Geburtsjahrgangs bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Alle Kinder wuchsen unter denselben ungĂŒnstigen Rahmenbedingungen auf der damals ganz und gar nicht paradisischen Insel auf: hohe Arbeitslosigkeit, viel Gewalt und hohe KriminalitĂ€tsrate (schon bei Kindern und Jugendlichen), massiver Dorgenmissbrauch, rauhes soziales Klima, Perspektivlosgkeit.

Wie zu erwarten, rutschten 2/3 der Kinder in dieselben Drogen- und Gewalt-Muster ab, die ihnen vorgelebt wurden. 1/3 der Kinder jedoch nicht! Warum? Den großen Vorsprung, den dieses eine Drittel hatte, war eine echte Bindung zu mindestens einer Person, die Werte vermittelte. Das wichtigste fĂŒr Resilienz ist soziale Bindung!


Die 7 Kernkompetenzen von Resilienz

Die meisten Quellen geben im Ganzen 7 Kernkompetenzen als Bausteine einer starken psychischen Widerstandskraft an. Gerate bitte nicht in Panik, wenn du dich vielleicht nur in drei oder vier der unten aufgelisteten Bausteine wiederfindest. Ein paar zu haben, ist schon wunderbar. An den anderen Kompetenzen kannst du weiterarbeiten, wenn du erstmal um ihre Bedeutsamkeit weißt.

Resilienz_Kompetenzen

Die 7 Kernkompetenzen fĂŒr Resilienz sind:

  1. Akzeptanz – grundsĂ€tzliche Annahme unwillkommener Herausforderungen, in dem Wissen, dass sie Teil eines jeden Lebens sind
  2. Lösungsorientierung – statt des Jammerns ĂŒber das, was alles nicht möglich ist, Fokus auf auf die Möglichkeiten; vorwĂ€rts gerichtetes Denken
  3. Optimismus – grundsĂ€tzliches, Vertrauen darin, dass das Leben es gut mit dir meint (nicht zu verwechseln mit „Ich schwĂ€tz mich froh, damit es nicht weh tut“!)
  4. Selbstwahrnehmung – FĂ€higkeit, sowohl körperlich, als auch mental und emotional wach und ehrlich zu beobachten, wo ich mich selbst sabotiere und sanft, aber konsequent gegenzusteuern (Anmerkung: Yoga ist fantastisch geeignet, eine ganzheitliche Selbstwahrnehmung zu kultivieren)
  5. Selbstwirksamkeit – EntscheidungsfĂ€higkeit „das ist mein nĂ€chster Schritt“ und eigenstĂ€ndiges, optimalerweise eigeninitiatives Handeln in diese Richtung
  6. Bindung – eingebettet Sein in ein soziales Netzwerk, das dir Rat, WertschĂ€tzung und UnterstĂŒtzung gibt
  7. Sinnhaftigkeit – Das Wissen – ohne zumindest eine Ahnung – um dein WARUM? Warum bin ich hier? Welche Werte möchte ich leben? Was ist der Sinn meiner Ziele, meines Lebens?

Das SahnehÀubchen

Wenn oben genannte Faktoren sozusagen der Tortenboden mit Belag sind, möchte ich dem Resilienz-Törtchen noch ein SahnehĂ€ubchen aufsetzen. Denn Fett schmiert ja die Seele und ist GeschmackstrĂ€ger fĂŒr mehr Genuss. Aus meiner Erfahrung spielt Folgendes eine gewichtige Rolle, um deine psychische Widerstandskraft tief und dauerhaft zu ankern:

GlĂŒck_Resilienz
  • Selbstverantwortung – ehrliches Hinterfragen: Wie habe ich zur gegenwĂ€rtigen Situation beigetragen? Verantwortung ĂŒbernehmen ist erst mal unangenehm, gibt dir aber Kraft und Eigenmacht zurĂŒck!
  • Selbstliebe – Abkopplung vom Leistungsdruck unserer Gesellschaft. Sei freundlich mit dir und deinem Scheitern! Das verĂ€ndert alles.
  • Achtsamkeit – mach dir immer wieder klar, dass die FrĂŒchte deiner Anstrengungen, um aus deinem Schlamassel raus zukommen, erst mal reifen mĂŒssen, damit du sie genießen kannst. Am Gras zu ziehen, hilft bekanntlich nicht. Gib den Prozessen die Zeit, die sie brauchen.
  • Humor – wenn du ĂŒber dich selbst lachen kannst, auch wenn du echt gerade Pech hast, bist du bereits auf dem Level der Meisterschaft.

Wie kannst du Resilienz trainieren?

6 Notfall-Helfer, wenn du innerlich abrutschst

Resilienz_Notfall-Übungen
  1. SchĂŒttel dich! – Embodiment – Übung, um eine klebrige, erstarrte Frequenz abzuschĂŒtteln. Am besten auf eine Musik, die dich belebt, schĂŒttel dich mind. 10 Minuten lang durch: locker aus den Knien lass den ganzen Körper wippen und wackeln. Stell dir dabei vor, du schĂŒttelst den alten Mist buchstĂ€blich ab. Bemerke, wie es dir danach geht.
  2. „Stopp! Sei bewusst“ – Mindset-Übung. Ertappe dich dabei, wenn du ins Opfer oder in VerdrĂ€ngung gehst. Sag dir (laut) „Stopp!“ und hol dich in deine PrĂ€senz. Lass den Moment so sein wie er ist. Erlaube dir, ALLES zu fĂŒhlen.
  3. „Kontrolliertes Abkotzen“ – Schrei‘, weine oder renne aufgestaute Emotionen eine gewisse Zeit bewusst raus. Danach wĂ€hle bewusst die Frequenz (z.B. Dankbarkeit, MitgefĂŒhl, 
), nach der du dicht sehnst. Das braucht Disziplin und Übung, ja. Funktioniert aber.
  4. Fokus auf die neu gewÀhlte Frequenz (Brennglas-Effekt)
  5. Sanftes und konsequentes ZurĂŒckkehren in dein Lösungs-Szenario, wenn der Sog alter Muster einsetzt. HartnĂ€ckig bleiben!  (Natur & Meditation sind hier mĂ€chtige Helfer, um dich rĂŒckzuverbinden mit dem, was dir wichtig ist)
  6. Frage: Was kann ich hier und jetzt tun fĂŒr meine gute Zukunft? Dann setze es um!

5 Alltags-Übungen fĂŒr deine innere StĂ€rke

Resilienz_innere StÀrke
  1. Das Optimismus-Tagesbuch / Dankbarkeits-Tagebuch – schreibe tĂ€glich abends mind. 5 Gegebenheiten rein, fĂŒr die du dankbar bist.
  2. TĂ€gliche positive SelbstgesprĂ€che / positiver innerer Dialog – „Ich bin wertvoll“, „Ich bin gut so wie ich bin“,  „Ich bin einzigartig“
  3. Erfolgsglas – wĂŒrdige dich jeden Tag fĂŒr 3 oder mehr Sachen! Schreib sie auf kleine Zettel uns sammle diese in einem besonders großen, schönen Glas oder einer Vase. BegrĂŒnde, warum das Aufgeschriebene ein Erfolg ist, damit du dir den Erfolg auch glaubst.
  4. tĂ€glich 3 Ziele, die du auch umsetzt: HVA = high value activities fĂŒr deine Ziele. Sie sollten realistisch machbar sein und kontinuierlich umgesetzt werden!
  5. Auftanken in Stille / Meditation / Natur

HĂ€kelsprĂŒche

Resilienz_Lernen

„HĂ€kelsprĂŒche“. Keine Ahnung mehr, woher diese Wortkreation stammt. Ich liebe philosophisch wertvolle Zitate, Extrakte von Weisheit und Wahrheit und sammle diese seit meinem 14. Lebensjahr in kleinen BĂŒchlein. Hier ein paar HĂ€kelspruch-Highlights zum Thema Resilienz:

„Man muss das Gute auch am Rande des Abgrunds nicht aufgeben.“ Friedrich Wilhelm Freiherr von Humboldt

„Entschlossenheit im UnglĂŒck ist immer der halbe Weg zur Rettung.“ Johann Heinrich Pestalozzi

„Almost every successful person begins with two beliefs: the future can be better than the present, and I have the power to make it so.“ David Brooks

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von neuem beginnen.“ Buddha

Quelle: Gesellschaft fĂŒr Resilienz

Klicke auf diesen Artikel des jungen berliner Health und Life-Style Unternehmens Primal State und entdecke weitere coole Tipps, wie du deine Resilienz auf ganzheitliche Weise hochfahren kannst.

Wie geht es dir dieser Tage mit deiner inneren StÀrke? Was nÀhrt sie? Was schwÀcht sie? Schreib gern dein Feedback ins Kommentar.

Ich wĂŒnsche dir von Herzen gute Gesundheit, Sonne im Herzen und Bindungen zu Menschen, die das Beste in dir sehen.

Bis bald, deine

Du willst regelmĂ€ĂŸig wertvolle Inspiration, Tipps und Tricks fĂŒr selbstbestimmtes, frisches Leben?

Ja – nein – vielleicht: Entscheidungstraining

Sicherlich kennst du das nervige Gerangel im Kopf: Ja? Nein??? Vielleicht??? Es kostet Energie, Zeit und lÀsst dein Umfeld im Unklaren, wie es mit dir umgehen soll.

Immer wieder beobachte ich andere Menschen und auch mich selbst dabei, wie der Mund ein zĂ€hneknirschendes “Ja“ ausspuckt, aber Herz, Bauch, der Unangepasste Teil in uns oder was auch immer „Nein“ ruft. Diese Diskrepanz ist bei genauem Hinsehen und Hinhören spĂŒrbar. Gleichzeitig sind wir alle so sehr an dieses weit verbreitete Selbst-Sabotage-Muster gewöhnt, dass wir die Störsignale ignorieren. Es wĂ€re unbequem, sie zu beachten. Es wĂ€re vielleicht sogar riskant, „Nein“ zu sagen, wenn wir „Nein“ meinen. Wir befĂŒrchten Ablehnung. Und diese Angst ist mĂ€chtig, denn sie entspringt dem tiefsitzenden BedĂŒrfnis eines jeden Menschen: ich will dazugehören! Dasselbe Muster greift natĂŒrlich auch, wenn wir „Nein“ sagen, aber eigentlich „Ja“ meinen (das kennt Frau vielleicht, wenn sie nach einem Streit mit dem Partner schmollt und unnahbar tut, wenn er auf sie zugeht, obwohl sie sich genau das wĂŒnschst ;o)
 hhhmmm? Schon mal erlebt?)

Aus diesem Gerangel zwischen gefĂŒhlten „Ja“ und kommuniziertem „Nein“ – oder umgekehrt – wird dann dieses völlig fruchtlose, fade „vielleicht“. Das „Jein“ drĂŒckt sich aus. Auch wenn du „ja“ oder „nein“ sagst, es aber nicht verkörperst. UnterschĂ€tze nie die Aussagekraft deiner Körpersprache und Mimik. Sie transportiert EINDEUTIG, ob du wirklich das meinst, was du sagst. Eindeutigkeit in deinem Statement erfordert zwar Mut, erzeugt in dir, zur Belohnung quasi, aber auch ein GefĂŒhl von „Kongruenz“ (=Übereinstimmung, Stimmigkeit). Dieser Zustand ist gesund, beruhigt das Nervensystem und fĂŒhlt sich einfach richtig und gut an.

Es stimmt schlichtweg oft nicht, dass du die eindeutige Antwort nicht weißt, dass du dich nicht entscheiden kannst. Du hast nur gelernt, dass der Verstand dem GefĂŒhl ĂŒbergeordnet ist. Das GefĂŒhl, oder sagen wir besser dein Instinkt, baut sich blitzschnell aus dem Datensatz deines Unterbewusstseins auf. Unser Unterbewusstsein (80 % unserer Entscheidungs-Ressourcen) ist da viel schneller als der Verstand. Der Verstand (20% unserer Entscheidungs-Ressourcen) fĂ€ngt dann um einige Sekunden verzögert mit dem Bauch das Diskutieren an. Und gewinnt (bei Erwachsenen) meistens.

Ein „vielleicht“ resultiert also daraus, dass der Kopf was anderes sagt als der Bauch oder das Herz. Selbst wenn der Verstand (Kopf) sein statement abgegeben hat, bleibt das abweichende GefĂŒhl (Körper). Nur wenn sich Kopf und Bauch einig sind, kannst du ein klares Ja oder ein klares Nein verkörpern und vertreten. Wenn du ein „vielleicht“ zu vertreten versuchst, wirkt das bei ehrlichem Hinschauen mĂŒhevoll, nicht ĂŒberzeugend und trist und fĂŒhlt sich fĂŒr dich selbst nicht gut an.

So wie du gelernt hast, der Stimme des Verstandes mehr Gewicht zu geben, genauso kannst du lernen, wieder mehr auf deinen Instinkt zu achten. Du kannst lernen, mehr aus dem Bauch als aus dem Kopf zu leben bzw. den Dauerstreit zwischen beiden achtsam beizulegen.

Wie kannst du das lernen? Achte auf deine somatischen Marker

Negative somatische Marker sind beispielsweise:

  • Kloß und EngegefĂŒhl im Hals
  • Angst, Ärger
  • weiche Knie, Zittern in den Beinen
  • flauer Magen, leichte Übelkeit oder Druckempfindungen
  • hochgezogene Schultern, angespannter Nacken

Positive somatische Marker sind bespielsweise:

  • leichtes Kitzeln im Bauch, warmes wohltuendes GefĂŒhl im Bauch
  • LĂ€cheln, leichtes Anheben der Mundwinkel
  • MagenhĂŒpfen, Freude
  • Leichtigkeit, Helle im Kopf
  • fließende, lösende Empfindungen im Körper

Somatische Marker melden sich nicht nur vor anstehenden Entscheidungen, sondern treten bei allem auf, was wir tun und was uns begegnet, z. B. auch, wenn wir nur ein Wort hören. Sie werden angelegt in der Kindheit, wenn wir in bestimmten Situationen bestimmte Empfindungen haben. Das Gehirn speichert unsere GefĂŒhle und Empfindungen zu dieser Situation mit ab. Bsp: du hast dich als Kind im Mathematikunterricht gelangweilt, wurdest blamiert oder gehĂ€nselt. Dann wird dieses GefĂŒhl mit „Mathematik“ verbunden.

Da das Unbewusste keine Zeit kennt, wird dieses „schlechte GefĂŒhl“ auch dann erzeugt, wenn man bereits erwachsen ist, d. h. es eigentlich keinen Stress, HĂ€nseleien oder Ähnliches mehr gibt. Als Erwachsener bemerkt man dann, dass man „Mathematik nicht mag“ und damit verbunden schlechte GefĂŒhle, Magengrummeln, VersagensĂ€ngste etc. empfindet.

Somatische Marker steuern unser Vermeidungs- und AnnĂ€herungsverhalten. Treten in einer bestimmten Situation positive GefĂŒhle auf, etwa Freude, ist das ein Zeichen fĂŒr AnnĂ€herung („go“). Treten negativ bewertete GefĂŒhle auf, etwa Ekel, dann werden wir etwas nicht machen – uns abwenden („stop“).

Das Bewertungsschema unseres emotionalen ErfahrungsgedĂ€chtnisses ist recht schlicht. Es signalisiert uns „Stop“ oder „Go“. Dabei ist völlig egal, welches GefĂŒhl auftritt – GefĂŒhle haben einzig die Aufgabe „stop“ oder „go“ zu signalisieren. NatĂŒrlich können somatische Marker den Verstand nicht ersetzen, weil sie uns keine weiteren Informationen liefern, außer AnnĂ€herung oder Vermeidung. Wir brauchen den Kopf, um zu verstehen, warum uns eine Sitaution auf „Stop“ oder „Go“ einstimmt. Somatische Marker, also die Körperreaktion auf eine Situation, ein Wort oder ein Bild, treten in der Regel auf, bevor es zu verstandesmĂ€ĂŸigen AktivitĂ€ten kommt. Sie fĂ€llen somit wichtige Vorentscheidungen. Das ist vielen Menschen nicht bewusst.Viele Menschen mĂŒssen ihre Wahrnehmung  erst schulen, um auch feine somatische Marker mitzubekommen. Eine Super-Technik um die eigenen somatischen Marker kennenzulernen, ist jede Form der Achtsamkeitspraxis, besonders Yoga!

Wenn du deine somatischen Marker prĂ€zise wahrnehmen kannst, bist du klar im Vorteil. Du hast dann die Möglichkeit herauszufinden, welche GrĂŒnde fĂŒr oder gegen eine Handlung sprechen und ob du dein Verhalten Ă€ndern willst oder nicht. Es lohnt sich sehr Körpersignale/ Somatischen Marker ernst zu nehmen und zu nutzen.

Das eigene BauchgefĂŒhl, deinen Instinkt, deine somatischen Marker nicht ernst zu nehmen oder gar ĂŒber Jahre hinweg zu ignorieren, ist ein Indiz fĂŒr geringen Selbstwert. Ganz befreit von diesen Momenten geringen Selbstwertes ist wohl kein Mensch. Muss auch nicht. Solange wir wach und bewusst sind und diese Momente mitbekommen, können wir ĂŒben, uns selbst immer wieder aufzubauen und den „Selbstwert-Muskel“ zu trainieren (Stichwort Resilienz = Psychische Widerstandskraft).

Wenn du ein klares „Ja“ hast auf die Frage:

Willst du deinen Selbstwert-Muskel trainieren?

dann melde dich noch heute an zum Selbstwert-Charger Wochenende vom 06.-08.12.2019! +++ nur noch wenige freie PlÀtze +++

Eine Investition in DICH lohnt sich immer!

Alle Infos hier: https://www.yoco-limburg.de/event/selbstwert-charger/

 

 

 

 

 

 

 

Keep the flow

Keep the flow – im Fluss bleiben ist leichter gesagt als getan, wenns schmerzhaft wird, oder?

„Unterm Strich ist doch immer alles dabei“ – so eine weise Lehrerin und Freundin, von der ich viel lernen durfte. An Tagen wie dem heutigen, wo ich all die Erkenntnisse, Aha-Erlebnisse, gelösten Knoten und seelischen QuantensprĂŒnge, die ich im bisherigen Leben erfahren durfte, weder wirklich erinnern, noch irgendwie in mir spĂŒren kann, kommt mir dieser Satz ins GedĂ€chtnis.

„Alles auf null“

Du kennst das bestimmt. Manchmal ist „alles auf null“. Das Leben tut gerade weh, ist schwierig, scheint aussichtslos. Und all das Gelernte ĂŒber Sinn und Zweck von Lebenslektionen, all die Erfolge und Etappensiege, alle Entwicklung hinein in mehr Reife und Gelassenheit machen sich mal eben unsichtbar, sind einfach nicht mehr abrufbar – weg. Dann fĂŒhlt sich einfach alles ungerecht an und doof und sowieso sinnlos. So geht`s mir gerade. Ich sitze inmitten bester UmstĂ€nde, umgeben von aufmerksamen, zugewandten Menschen und doch – oder gerade wegen des malerischen settings? – ploppt sie hoch, die alte Wunde. BOOMMMM! Mit voller Wucht. Schmerz. Traurigkeit. Angst. Rasende Wut. Ein kreischendes inneres NEIN zu dem, was gerade vorgeht.

GlĂŒcklicherweise verfalle ich nicht sehr hĂ€ufig in solche ZustĂ€nde. Als langjĂ€hrige Yogalehrerin höre ich dennoch hier und da das Kommentar, dass man als Yogi doch „da drĂŒberstehen könne /mĂŒsse“. Irrtum! Glaubst du, dass irgendwer die natĂŒrlichen Tiefs im Leben dauerhaft umschiffen kann? Ich nicht. Manche tun so. Das sind mir die am wenigsten sympathischen Zeitgenossen – ehrlich gesagt.

Meditation hilft dir, im Fluss zu bleiben

Um mal beim Yoga zu bleiben: Meditation bedeutet eben nicht – wie hĂ€ufig vermutet – die Abwesenheit von Gedanken. Meditation ist ein Zustand höchster entspannter Wachheit, die den kurzen Moment der Stille zwischen den Gedanken mĂŒhelos einfĂ€ngt. Meditation beobachtet. Neutral und absichtslos. Die LĂŒcke zwischen den Gedanken darf sich dehnen. Stille und Frieden breiten sich in dieser LĂŒcke aus.

All dies fĂ€llt mir ein inmitten meiner emotionalen Misere, in der mein „Schmerzkörper“ ( mehr dazu bei Eckardt Tolle nachzulesen) Amok lĂ€uft. Und just in diesem Moment Ă€ndert sich was in mir. Ich fĂŒhle den Klumpen in der Magengrube, die zugeschnĂŒrte Kehle, die zurĂŒckgehaltenen Schreie, den verkrampften Nacken. Als mir bewusst wird, dass ich all das spĂŒre, beginne ich, es zu beobachten. Eine Art Meditation beginnt. Zuerst noch im Widerstand, der gerade alles anders haben will. Dann immer absichtsloser, denn jetzt fĂ€llt mir auch wieder ein, dass Widerstand den Schmerz nur verstĂ€rkt. Ich gebe mich hin. Sage innerlich: „Nimm mich Schmerz! Ich lass jetzt los, so gut ich eben kann.“ Denn: unterm Strich ist immer alles dabei! Sonnenschein und Regenwetter, Hoch und Tief, Leichtigkeit und Schwere, etc. Also kann ich mich entscheiden, auch den dunklen Mist zu durchleben, weil ich mit Sicherheit weiß: es wird wieder hell. Das ist ein Naturgesetz.

Etwas in mir wird beweglicher, offener, wĂŒrdevoller, als ich mir selbst erlaube, jetzt nicht alle Yoga-  und Coaching-Werkzeuge in Perfektion anzuwenden. Ich BIN einfach. Ich kann mir sogar vergeben, dass ich fĂŒr den Moment nichts im Griff habe. Obwohl mein nicht Funktionieren manch einen in meiner Umgebung kolossal ankotzt. Und siehe da: am Ende hab ich wieder ein sanftes JA zu mir selbst. Darin ist selbst der Schmerz willkommen.

Praxis-Tipp – Meditation: „Offen bleiben, auch wenn es weh tut
“

  • mach dir ein lĂ€ngeres MusikstĂŒck an, das dich emotional berĂŒhrt (am besten was langsames, ruhiges, gern nur instrumental)
  • stell dich aufrecht hin, entspanne Kiefer und Gesicht und breite die Arme aus, als wolltest du jemand willkommen heißen
  • schließe die Augen und gehe mindestens ĂŒber die LĂ€nge der Musik oder lĂ€nger mit ausgebreiteten Armen in eine Meditation im Stehen
  • heiße alles, was jetzt mental und emotional auftaucht, durch die Geste deiner Arme willkommen – egal ob es dir gefĂ€llt oder nicht
  • irgendwann beginnen die Arme, schwer zu werden oder sogar zu schmerzen. Bleibe in der Haltung!
  • SpĂŒre im Körper die Bereitschaft, das Leben wirklich willkommen zu heißen ( das ist etwas anderes, als es sich nur mental vorzunehmen!)… bleibe offen auch wenn es weh tut

Weit mehr als einmal durfte ich bei mir und Anderen erfahren, dass es heilsam ist und unsere WĂŒrde stĂ€rkt, wenn wir etwas Schmerzhaftes durchleben, ohne anderen die Schuld an unserem Leiden zu geben. Unterm Strich ist immer alles dabei. Auch Leidvolles. Das geht uns allen so. Also: stay tuned, keep the flow and forget the drama.

Genieß den Herbst!

Herzlich



Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und bin damit einverstanden.